Impressum

Das Steirische Bündnis gegen Depression


Depressive Erkrankungen sind im Steigen begriffen.

Nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehören psychische Erkrankungen zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Ihr Anteil wird weiter steigen. Für das Jahr 2020 setzt die WHO die Depression auf Platz zwei der größten Gesundheitsprobleme. Derzeit leiden Berechnungen zufolge mehr als 120 Millionen Menschen an Depressionen.

 

Allein in der Steiermark leiden derzeit mindestens 59.000 Menschen (5 % der Bevölkerung) an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher, das heißt, es gibt viele Menschen, bei denen die Depression nicht diagnostiziert wird, weil sich die/der Betroffene nicht zum Arzt zu gehen traut oder weil sich die Depression hinter anderen Symptomen wie etwa chronischen Schmerzzuständen versteckt.


Erhebliche Defizite in der Diagnostik und Behandlung


Die Erkrankung wird häufig nicht erkannt – sowohl von den Betroffenen selbst als auch von Hausärzten, und das obwohl bis zu 25 Prozent aller Patienten, die einen Allgemeinmediziner aufsuchen, an einer Depression leiden. Oftmals treten körperliche Symptome – etwa Herzbeschwerden, Kopf- oder Rückenschmerzen – derart in den Vordergrund, dass den psychischen Beschwerden keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Patienten werden dann hinsichtlich ihrer körperlichen Beschwerden behandelt, die Depression aber wird nicht erkannt. Mehr als 45 Prozent erhalten keine adäquate Therapie. Es gibt erhebliche Defizite bei der Diagnostik und Behandlung depressiver Erkrankungen. In vielen Fällen wird die richtige Diagnose einer depressiven Erkrankung viel zu spät gestellt. Experten gehen davon aus, dass PatientInnen mit psychischen Erkrankungen erst nach sechs bis sieben Jahren adäquate Diagnostik und Behandlung erhalten.


Gründung „Steirisches Bündnis gegen Depression“


Nach dem Vorbild der Kampagne „Nürnberger Bündnis gegen Depression“ die im Jänner 2001 in Deutschland gestartet wurde und nach Evaluierung in Nürnberg im Vergleich zur Kontrollregion Würzburg einen signifikanten Rückgang (um etwa 26 %) der Suizidalität (Selbstmorde und Selbstmordversuche) erreichte, wurde in Österreich im Jahre 2005 das „Tiroler Bündnis gegen Depression“ von der Gesellschaft für Psychische Gesundheit – GPG Tirol gegründet. Die GPG koordiniert seit der Gründung des „Steirischen Bündnis gegen Depression“ im September 2005 alle österreichweiten und bundesländerspezifischen Aktivitäten.

 

Mit der Gründung des „Steirischen Bündnis gegen Depression“ und den geplanten Aktionsprogrammen“ soll die Diagnose und Behandlung depressiv erkrankter Menschen in der Steiermark verbessert werden, eine Veränderung des Bewusstseins in der Öffentlichkeit und Fachwelt gegenüber dieser häufigen und ernsthaften Erkrankung - somit auch eine Entstigmatisierung Betroffener -, als auch eine Vermeidung von Suiziden und Suizidversuchen erreicht werden. Ab Frühjahr 2006 werden zum ersten Mal Informationsveranstaltungen in der ganzen Steiermark gestartet. In weiterer Folge werden Aufklärungs- und Fortbildungsprogramme stattfinden, die über mehrere Jahre fortgesetzt werden.


Schirmherrschaft – Koordination in der Steiermark – Bündnispartner


Die Schirmherrschaft für das Steirische Bündnis hat Mag. Helmut Hirt, Landesrat für Gesundheit und Personal übernommen.

 

Verantwortlich für das regionale Projektmanagement und die steiermarkweite Koordination ist DSA Andrea Zeitlinger, Obfrau von pro mente Steiermark.

Derzeit sind 7 Organisationen an der Bündnispartnerschaft beteiligt. Weitere Partnerschaften werden angestrebt.

 

Das Projekt „Steirisches Bündnis gegen Depression“ ist Teil eines EU-Projektes (EAAD = European Alliance Against Depression), an dem Regionen in 15 europäischen Ländern integriert sind.


Nähere Informationen unter:





pro mente steiermark GmbH
DSA Andrea Zeitlinger
(Koordinatorin des Steirischen Bündnis gegen Depression)
Leechgasse 30
8010 Graz, Austria
Tel. ++43(0)316/71 42 45
Fax. ++43(0)316/71 42 45-44
E-Mail: andrea.zeitlinger(at)promentesteiermark.at
E-Mail: zentrale(at)promentesteiermark.at
Internet: www.promentesteiermark.at


nach oben Druckversion dieser Seite Letzte Änderung am  28.03.2007, AutorInnen: P. Wildbacher


Valid XHTML Valid CSS