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Das Kärntner Bündnis gegen Depression


Depressive Erkrankungen sind im Steigen begriffen.
Nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO gehören psychische Erkrankungen zu den häufigsten Krankheiten weltweit. Ihr Anteil wird weiter steigen. Für das Jahr 2020 setzt die WHO die Depression auf Platz zwei der größten Gesundheitsprobleme. Derzeit leiden Berechnungen zufolge mehr als 120 Millionen Menschen an Depressionen.

Allein in Kärnten leiden derzeit mindestens 39.000 Menschen (6,9 % der Bevölkerung) an einer behandlungsbedürftigen Depression. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich höher, das heißt, es gibt viele Menschen, bei denen die Depression nicht diagnostiziert wird, weil sich die/der Betroffene nicht zum Arzt zu gehen traut oder weil sich die Depression hinter anderen Symptomen wie etwa chronischen Schmerzzuständen versteckt.


Erhebliche Defizite in der Diagnostik und Behandlung


Im Jahr 2007 gab es in Kärntner Krankenanstalten rund 2.334 stationäre Aufnahmen mit der Hauptdiagnose Depression! Die Erkrankung wird jedoch im Vorfeld häufig nicht erkannt - sowohl von den Betroffenen selbst, als auch von Hausärzten, und das obwohl bis zu 25% aller PatientInnen, die AllgemeinmedizinerInnen aufsuchen, an einer Depression leiden.

Oftmals treten körperliche Symptome – etwa Herzbeschwerden, Kopf- oder Rückenschmerzen – derart in den Vordergrund, dass den psychischen Beschwerden keine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Patienten werden dann hinsichtlich ihrer körperlichen Beschwerden behandelt, die Depression aber wird nicht erkannt. Mehr als 45 Prozent erhalten keine adäquate Therapie. Es gibt erhebliche Defizite bei der Diagnostik und Behandlung depressiver Erkrankungen. In vielen Fällen wird die richtige Diagnose einer depressiven Erkrankung viel zu spät gestellt. Experten gehen davon aus, dass PatientInnen mit psychischen Erkrankungen erst nach sechs bis sieben Jahren adäquate Diagnostik und Behandlung erhalten.
(Quelle: http://www.euro.who.int/document/MNH/gmnhqa.pdf)
 


Gründung und Umsetzung „Kärntner Bündnis gegen Depression“


Nach dem Vorbild der Kampagne „Nürnberger Bündnis gegen Depression“, die im Jänner 2001 in Deutschland gestartet wurde und nach Evaluierung in Nürnberg im Vergleich zur Kontrollregion Würzburg einen signifikanten Rückgang (um etwa 26 %) der Suizidalität (Selbstmorde und Selbstmordversuche) erreichte, wurde in Österreich im Jahre 2005 das „Tiroler Bündnis gegen Depression“ von der Gesellschaft für Psychische Gesundheit – GPG Tirol gegründet. Die GPG koordiniert seit der Gründung des „Steirischen Bündnis gegen Depression“ im September 2005 alle österreichweiten und bundesländerspezifischen Aktivitäten.

Mit dem Projekt "Kärntner Bündnis gegen Depression", das in den nächsten Jahren flächendeckend umgesetzt werden soll, und den geplanten Aktionsprogrammen, soll die Diagnose und Behandlung depressiv erkrankter Menschen in Kärnten verbessert werden, eine Veränderung des Bewusstseins in der Öffentlichkeit und Fachwelt gegenüber dieser häufigen und ernsthaften Erkrankung - somit auch eine Entstigmatisierung Betroffener -, als auch eine Vermeidung von Suiziden und Suizidversuchen und eine Entlastung des intramuralen Bereiches erreicht werden.

Das „Kärntner Bündnis gegen Depression“ startete erstmals im Herbst 2007 als Pilotprojekt und wurde bis einschließlich Februar 2008 vom Verein „Gesundheitsland Kärnten“ und pro mente kärnten als fachlichen Inputgeber mit diversen Aktivitäten, wie Vorträgen in Gemeinden und Schulen, sowie MultiplikatorInnenschulungen, in vorerst drei Bezirken (Völkermarkt, Wolfsberg und St. Veit) durchgeführt. Mit Oktober 2008 begann die nächste Umsetzungsphase des „Kärntner Bündnis gegen Depression“. Diesmal werden 25 „Gesunde Gemeinden“ der Bezirke Villach Land, Hermagor und des Mölltals miteinbezogen. Darüber hinaus nehmen drei Hauptschulen dieser Regionen am Aktionsprogramm teil und es werden MultiplikatorInnenschulungen in der Pädagogischen Hochschule und für Pharmazeuten und Pharmazeutinnen angeboten.

Wie das Pilotprojekt, wird auch das fortführende Projekt extern projektbegleitend evaluiert, was der rückblickenden Wirkungskontrolle, der vorausschauenden Steuerung und der Reflexion dient.


Schirmherrschaft – Koordination in Kärnten – Bündnispartner


 Die Schirmherrschaft für das Projekt haben LR Mag. Nicole Cernic und LR Dr. Peter Kaiser übernommen.

Das regionale Projektmanagement liegt beim Verein "Gesundheitsland Kärnten", fachlicher Inputgeber ist "pro mente kärnten".

Derzeit sind 12 Organisationen an der Kärntner Bündnispartnerschaft beteiligt. Weitere Partnerschaften werden angestrebt.

Das Projekt „Kärntner Bündnis gegen Depression“ ist Teil eines EU-Projektes (EAAD = European Alliance Against Depression), an dem Regionen in 18 europäischen Ländern integriert sind.


Nähere Informationen unter:



Verein "Gesundheitsland Kärnten"


MMag. Jasmin Sadeghian
Projektleitung des "Kärntner Bündis gegen Depression"

Hasnerstraße 8
9020 Klagenfurt

Email: jasmin.sadeghian@gesundheitsland.at
Tel.: 050 536 / 31 294, Fax: 050 536 / 31 290
URL: http://www.gesundheitsland.at 


                         


nach oben Druckversion dieser Seite Letzte Änderung am  20.11.2008, AutorInnen: J. Sadeghian


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