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Psychotherapie


Für zwei psychotherapeutische Verfahren, nämlich für die kognitive Verhaltenstherapie und die interpersonelle Therapie, konnte die Wirksamkeit bei depressiven Erkrankungen gut belegt werden.

 

Kognitive Verhaltenstherapie

Die Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie für die Behandlung depressiver Störungen ist bisher am besten untersucht und am deutlichsten nachgewiesen. Ausgangspunkt dieser Behandlung ist die Annahme, dass es sich bei der Depression um ein "erlerntes Fehlverhalten" handelt, das durch Einüben neuer Verhaltensweisen überwunden werden kann. Denken und Handeln sind bei der Depression oft so miteinander verwoben, dass sie sich gegenseitig verstärken und eine Besserung der Depression erschweren. Wissenschaftler sprechen hier von der Depressionsspirale. Ein typisches Merkmal der depressiven Erkrankung ist das subjektive Gefühl vieler Patienten, "in einem Teufelskreis gefangen" zu sein. Depressiv gestimmte Menschen wirken oft belastend auf ihre Umwelt oder glauben von sich selbst, eine Last für die anderen zu sein. Deshalb werden sie von anderen gemieden oder sie ziehen sich selbst zurück, um die anderen nicht "herunterzuziehen".

Dieser Rückzug aber führt zu einem Verlust an Aktivität. Das Fehlen von sozialen Kontakten, Anregungen und Impulsen von außen verstärkt dann zusätzlich die depressive Verstimmung. Die Folge ist ein noch weiter gehender Rückzug mit noch größerem Kontaktverlust, der in totaler Isolierung und Passivität enden kann.

 

Die kognitive Verhaltenstherapie versucht, eingefahrene negative Denkmuster in fünf Schritten gemeinsam mit dem Patienten zu verändern. Manchmal erfolgt die Therapie in Gruppen, um durch gemeinsame Arbeitsschritte und -erfolge den Ansporn bei den Betroffenen zu erhöhen und den Teilnehmern zu zeigen, dass sie nicht allein mit ihren Beschwerden sind.


Schritt 1: Patient und Therapeut definieren die Schlüsselprobleme, der Patient wird in seiner negativen Sichtweise akzeptiert. Einhergehend mit dem Aufbau der therapeutischen Beziehung wird zwischen Patient und Therapeut ein Arbeitsbündnis geschlossen.
Schritt 2: Patient und Therapeut besprechen den Aufbau von angenehmen, positiven Aktivitäten und den Abbau von belastenden, negativen Aktivitäten. Gemeinsam entwickeln sie Ideen, wie dies im Alltag umzusetzen ist (z.B. häufige Pausen, Entspannungsübungen, kleine Belohnungen, Ablehnung von überfordernden Arbeitsgängen etc.).
Schritt 3: Die Wiederaufnahme von Kontakten zu Freunden und Bekannten, aber auch das eigene Verhalten in alltäglichen Situationen stehen im Mittelpunkt dieser Phase. Die Gestaltung eines sozialen Netzwerks sowie der Aufbau von sozialen Fertigkeiten werden besprochen. In Rollenspielen übt der Patient mit spezifischen alltäglichen Problemen umzugehen (durchsetzen in Konfliktsituationen, diskutieren mit Arbeitskollegen), die eigenen Interessen wahrzunehmen und seine Kontaktfähigkeit wieder herzustellen bzw. aufzubauen. An Stelle alter Denk- und Handlungsweisen werden neue Möglichkeiten erschlossen, wobei Sinn und Ziele des Rollenspiels gemeinsam mit dem Patienten besprochen und schließlich auf den Alltag übertragen werden.
Schritt 4: Die "Erfolg-Vergnügen-Technik" als alternatives Denk- und Wahrnehmungsmodell wird vorgestellt. Hierzu planen Therapeut und Patient praktische Aktivitäten und deren Umsetzung (z.B. Wochenplanung mit abgestuften Aktivitäten). Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen unangenehmen Pflichten und angenehmen Tätigkeiten im Tagesablauf herzustellen.
Schritt 5: In dieser letzten Phase geht es vor allem um Erhaltung und Stabilisierung des Therapieerfolgs, den Umgang mit Rückschlägen sowie um vorbeugende Interventionen.

Interpersonelle Therapie

Auch die Wirksamkeit der interpersonellen Therapie bei depressiven Patienten ist in methodisch sorgfältigen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt worden. Im Mittelpunkt der therapeutischen Gespräche stehen die Beziehungen des Patienten zu seinen Mitmenschen. Auch wenn Konflikte mit Partnern oder Angehörigen selten eine Depression auslösen, so werden umgekehrt die Beziehungen des Patienten meist durch die Krankheit stark belastet. Durch das Aufgreifen von Themen wie Trauer und Abschluss von Lebensabschnitten eignet sich die Interpersonelle Psychotherapie auch besonders gut für ältere Menschen. Gerade für ältere Menschen konnte die Wirksamkeit der Interpersonellen Therapie besonders gut nachgewiesen werden.


nach oben Druckversion dieser Seite Letzte Änderung am  22.03.2006, AutorInnen: U. Meise, H. Sulzenbacher


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