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Erfahrungsberichte depressiv Erkrankter


Herr R., 36 Jahre alt, beschreibt sein Erleben einer schweren depressiven Episode:

 

Meine Depression begann mit Müdigkeit und einem „Überfordert Sein“, welches immer mehr zunahm. Die Wahrnehmung begann sich zu verändern, dass ich glaubte, ein Gesicht wie Quasimodo zu haben und und verschieden lange und verformte Gliedmaßen. Ich wollte imer mehr Ruhe und alleine sein. ich fühlte mich missverstanden. Ich hatte an nichts mehr Interesse. Mehr Müdigkeit führte zu mehr Schlaf. Ich verlor jegliche Struktur und jedes Zeitgefühl. Ich war mutlos und verletzbar. Angstgefühle nahmen immer mehr zu und machten mich ohnmächtig. Ich verlor jeglichen Halt. Jede Tätigkeit führte zur Überforderung. Sogar der Gang zur Toilette, sogar das Essen, nur mehr durch Hunger erzwungen. Die Körperpflege wurde zum Horror. Der Druck der Umwelt brachte mich zur Aufgabe. Ich gab mich geschlagen und besiegt. Es kamen Selbstmordgedanken, die so weit gingen, dass ich mich mit aufgeschnittenen Pulsadern blutüberströmt in der Badewanne liegen sah.

 

Die anderen sagten:

„Lass dich nicht so gehen!“

„Reiß dich doch zusammen, wo dir doch nichts fehlt!“

„Das wird schon wieder!“

„Ich halte es mit dir nicht mehr aus!“

 

Ich zog mich noch weiter zurück und schottete mich noch mehr ab. Ich bekam Schmerzen im ganzen Körper, die sich ständig verlagerten. Die Wahrnehmung veränderte sich so, dass ich mich auf nichts mehr verlasen konnte. Ich traute niemandem mehr. Nicht einmal mir selber. Ich fühlte mich nutzlos und überflüssig. Weder die Partnerin noch die Kinder brachten mich zur Vernunft.

 

Erst nach einigen Wochen begann ich, irgendwie wieder einige Tätigkeiten aufzunehmen. Nach der Körperpflege das Bad zu säubern. den Esstisch abzuräumen oder den Geschirrspüler auszuräumen. ich begann, mich wieder zu informieren mit Hilfe von Medien und Zeitschriften. So bekam ich nach und nach wieder Strukturen, die nach und nach zunahmen. Die Wahrnehmung veränderte sich langsam wieder so weit, dass ich die Realität wieder richtig spürte. Mein Selbstvertrauen kam wieder zurück, sodass ich mir und meiner Umwelt jetzt wieder vertraue. Es kostet mich viel Überwindung, die vorgegebenen Strukturen und Abläufe einzuhalten.


nach oben Druckversion dieser Seite Letzte Änderung am  06.03.2006, AutorInnen: Für den Inhalt verantwortlich: U. Meise, H. Sulzenbacher


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